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Weihnachten 2017

Ich bedanke mich für Eure Zeit,die Ihr mir über das Jahr 2017 geschenkt habt.

Ein wunderschönes Weihnachtsfest und einen guten Rutsch ins Neue Jahr 2018, sende ich an  meine Freunde und Kunden aus aller

Welt.

 

Sonntag Morgen am Bahnhof

Der Uhrmacher schreibt 1936,in sein Tagebuch,

Der Sonntag wurde  immer  für eine Zugfahrt zu meinen Großeltern gebucht.

Dabei war der Weg zum Bahnhof  mit einer Kolonne marschierender Menschen besiedelt. Im Gleichschritt eilten alle Reiselustigen zum Bahnhof.Die Marsch Geschwindigkeit zeugte für den Durst und Appetit der Reiselustigen und artete manchmal in einen Wettbewerb um den ersten Platz am Getränkestand aus, welcher rote Fasslimonade und Bockwurst hinter einer Glasscheibe anbot.

Ein kleines offenes  Fenster ermöglichte die Bezahlung der Begehrlichkeiten und auch einen Blick zur unerreichbaren Schokoladen Vitrine. Die freundliche Verkäuferin bemühte sich immer um schnelle Bedienung der zahlreichen Wünschenden.

Der kleine  kunstvoll gebaute Brunnen im Wartesaal  spukte Wasser Fontänen in ein Keramik-Becken aus  und mahnte  zum Hände reinigen, bevor es  zur Stärkung kam.

Die frisch gebügelten Taschenücher flatterten vor und  nach der Stärkung aus den Taschen der Reisenden und dienten zu Allerlei. Ob Flecken auf dem Hemd, fettige Hände, sogar die Schuhe wurden gereinigt bevor es  zum Kartenschalter ging um anschließend sauber vor dem Tor der großen Welt zu stehen. In diesen Augenblick war alles möglich und eine Art Ruhe, ja Besinnlichkeit gepaart mit dem Gefühl der  Freiheit, gemischt mit Abendteuerlust war immer zuspüren.

Die besser betuchten Leute nahmen sich Zeit und dinierten im Bahnhofsrestaurant,welches immer mit  den Duft von frisch zubereiteten Rouladen-Rotkraut und selbstgemachten Kartoffelklößen lockte. Hier wurde noch echt gekocht und die Schweißperlen der Köchin zeugten für wirklich schwere Arbeit in der Küche,war Sie doch auch die nette Damen an dem Limonadenausschank. Der Tabakrauch im Gastraum mischte sich mit der Geruch von guten Cognac, der auch für die Gesundheit und gute Verdauung sorgten sollte.

Der  Wartesaal war mit wunderschönen farbigen Kacheln gefliest.Er trug seinen Namen mit Recht.

Die große Waage neben dem Restaurant wurde nach dem Essen viel besucht und so manche Dame hoffte nach dem deftigen Essen auch auf eine Gewichtsabnahme,oder auch nur auf Trost.

Meist enteuchte Gesichter blickten auf das  Ergebnis  der Waagekarte, die immer energisch und laut, zum Ärgernis der Gewogenen aus den Kasten sprang. Die Karten waren kleine Kunstwerke. Bedruckt mit bunten Farben und verschiedenen Zahlen lockten sie die Kinder zum sammeln an. Aber vorher  verschwanden die gedruckten Zahlen Kunstwerke der Gewogenen Damen und Herren  schnell im Lodenmantel und anschließend unauffällig im Mülleimer.

Der Mülleimer war immer voll von Waagekarten. Die Herrschaften die ihn füllten, ärgerten sich über die Kinder, die mit großer Freude die  bunten Zahlenkarten  wieder herausnahmen.

Zum Glück waren keine Namen darauf gedruckt, denn die erstaunten Kinder schrien suchend  nach den Elefanten mit den 130 Kilogewichten  im  Bahnhofsraum, zu denen  die Karten passten.

Die  Reisenden auf dem Bahnsteig, streckten die Köpfe  in die gewünschte Fahrtrichtung aus der die Dampflok sich gemütlich zischend ankündigte um die Herrschaften  anschließend einsteigen zu lassen.

Eine gute Position am Bahnsteig ermöglichte die Chance für einen Fensterplatz.

Es war alles in Bewegung.Der Uhrmacher schreibt in seine Tagebuch,

Es war Sonntag am Bahnhof und der Tag an den ich meine Großeltern besuchte.

 

 

Der Uhrmacher und sein Freund der Zinngießer

Der Uhrmacher und sein Freund der Zinngießer

Zinnfiguren gießen ist eine Kunst.

Die Formen dafür zu schaffen eine Höhere.

Das bemalen der kleinen Kunstwerke das Besondere.

Der Uhrmacher Wernes Vater schreibt,solch eine kleine Figur hat es mir recht angetan.

Mein Freund Karl der Zinngießer schenkte mir zum Geburtstag einen kleinen silberblanken Zinnreiter.

Er war voll plastisch gegossen und zeigte wohl einen Gardereiter der säch.Kavallerie.

Nun war es meine Aufgabe ihn recht ordentlich mit bunten Ölfarben und tetallier getreu zu bemalen.

Der Uhrmacher schreibt,die passenden Ölfarben und Pinsel,eigen angefertigt vom Drogerist Seidel aus unserer Stadt – gab es dazu.

Der kleine Zinnreiter glänzte silbern und auch ohne Farben war er ein kleines Kunstwerk.

Der Uhrmacher schreibt,

Die Zinngießer unserer Stadt sind wahre Künstler.Sie fertigten über Generationen das schönste Zinngeschirr unserer Umgebung.

Dabei spielte auch die Braukunst unserer Stadt eine besondere Rolle.

Die Zinnernen Bierhumpen hatten ihren festen Platz in Bier-Stuben und zeugten auf die Zünfte der jeweiligen Gewerke und deren Besitzer.Jeder hatte seinen eigenen Zinn-Krug.

Es wurden die schönsten Krüge-Schalen-Humpen-Becher-Pokale aus Zinn gefertigt und bis nach Leipzig per Handwagen zur Messe gebracht.

Der Uhrmacher schreibt,nun steht mein kleiner silberblanker frisch gegossener Zinnreiter vor mir und ich begann die passenden Farben der prächtigen Uniform aus der Bücherwelt für Ihn auszusuchen.

Dabei hatte ich gehörig Respekt vor seinen stolzen Blick.Der mich auch ohne das ich meinen Pinsel einsetzte warnend ja mahnend ansah.Um so sorgfältiger suchte ich in der Bücherwelt und fand in einer alten Mustertafel seine Uniform,mein kleiner Zinnsoldat war ein Respektabler Bursche der Königlich-Sächischen Leibkürassier – Garde von 1810. Er willigte ein und ich begann ihn zu bemalen.

Meine Pinsel wurden in verschiedenen Stärken gebunden,die Borsten vom Drogerist der Stadt eigen dafür ausgewählt, je nach Stärke und deren Eigenschaft.

Alle Farben standen bereit und ich begann vorsichtig mit einen Haarpinsel meinen kleinen Freund mit weißer Grundierung zu betupfen.

Dies war recht einfach und er ließ sich es auch gefallen.

Über Nacht stand er auf meinem Reparatur Tisch – um zu trocknen.

Am nächsten Morgen wirkte er recht traurig,war doch die weiße Farbe,ein Zeichen der Kapitulation und er befahl mir mit ernsten Blick – mich wieder an meinen Tisch zurück, um meine Arbeit zu vervollständigen.Ich mischte brav für ihn die Farben ohne dabei seinen warnenden Blick aus dem Auge zu lassen.

 

Das mischen der Farben war eine recht schwierige Angelegenheit,hatte ich doch weder Erfahrung noch die nötige Ausbildung.

Jedes Detail  zu malen war wirklich eine große Kunst.Zum Glück half mir meine alte Uhrmacher Carl-Zeiss-Jena-Lupe dabei. Auch hatte der Drogerist sehr gute Pinsel gefertigt.

Die Ölfarben mischte ich mit Terpentin um ein schnelles trocknen zu erreichen.

So begann ich den kleinen Reiter seine passende Uniform

anzuziehen.

Die weiße Grundierung übermalte ich mit einer weißen Ölfarbe – gemischt.Er bekam einen dunkelblauen Blechbauch mit goldenen Knöpfen und Nieten.Die Uniform mit ihren Bändern und Gurten habe ich gut getroffen und sind identisch mit den meiner Muster-Tafel. Die Schulterklappen und der goldene Garde Helm machten den kleinen Reiter zum Prachtburschen. Seinen Degen trug er stolz an der linken Seite.Die passenden Farben machten ihn zum Schmuckstück. Es war mir wahrlich nicht einfach beim bemalen Luft zu holen, doch das Ergebnis ließ mich tief durchatmen, war er mir doch wohl recht gut gelungen.Nur das Gesicht,welches mir bei meiner Arbeit streng zu sah,wagte ich noch nicht zu bemalen.Hatte es mich doch über die Tage bei meiner Meisterarbeit begleitet und beraten.Ich habe die Farben dazu noch nicht gefunden.Dafür gab es keine Mustertafel.

Professor Dr. Franz Poland Gymnasium Direktor Dresden 1857-1945

Franz Poland war ein deutscher klassischer  Philologe.

Wer war Franz Poland,

Er wurde am 25.August 1857 in Pirna geboren und starb am 31.März 1945 in Dresden. Franz Poland besuchte das katholische Progymnasium und anschließend ab 1872 die  Kreuzschule in Dresden.

Im Jahre 1884-1910  unterrichtete er als Lehrer am Wettiner Gymnasium.Anschließend wurde er  1910-1923 zum Rektor berufen.

Franz Poland hatte zu  seinen Schülern einen sehr intensiven Post Kontakt. Es wurden bunte Postkartengrüße mit interessanten Briefmarken aus aller Welt versendet. Ob aus China oder Japan, aus dem Orient oder aus Russland.

 

 

Der Uhrmacher und sein Freund Peter der Buchhändler

Der Uhrmacher Werners Vater schreibt in seinen Tagebuch, der neue  Buchhändler unserer Stadt brachte mir seine Wanduhr zur Reparatur.

Ein schmächtiger hochgewachsener Mann stand vor meiner Werkstatt, etwas zurückhaltend, ja ängstlich wirkend, blickte er mir mit freundlichen Augen zu. Die runde Goldbrille gab den eher aschfahlen Gesicht einen scheinbaren Glanz, für ihm war es die Lupe mit Goldrand zum lesen, sie ermöglichte ihm in die unendliche Welt der Bücher und in derer Geheimnisse und Wissen zuschauen. Dies verriet auch seine leicht gekrümmte Körperhaltung. Der scheue Herr, hatte seine Wanduhr wie ein Neugeborenes Kind  in eine Decke gewickelt,er hielt sie fest, als wolle er sie mir nicht zeigen.

Vorsichtig erkundete er mein Fachwissen, ohne belehrend zu sein beantwortete ich brav jede Frage.

Der Uhrmacher schreibt,

Meine Neugier auf das eingepackte Geheimnis konnte ihn überzeugen das er bei mir genau richtig war und er wickelte seinen Schatz in meiner Uhrmacherstube aus, legte ihn  vorsichtig auf den Reparatur Tisch und atmete tief durch, als wäre er erleichtert. Der Patient – eine alte Wanduhr.

Die filigranen Finger des eher ärmlich wirkenden Herren, strichen sanft über das Gehäuse und ich ahnte welches Vertrauen er mir in diesen Augenblick schenkte.

Die Geschichte dieser Uhr blieb sein Geheimnis, ich beneidete ihn darum, denn solch eine Liebe ist oft ein Leben lang. Für mich eine Herausforderung. Das war die erste Uhr die ich mit einen Buchhändler gemeinsam reparierte.

Als wir die Uhr zum Probelauf aufzogen und das Pendel zu schwingen begann, hörte und erkannte ich den Schlag des Ankergangs. Der Uhrmacher Raum wurde mit diesen Pendelschlag ausgewärmt, wir wagten  nicht zusprechen.

Der Schlag der Uhr gab den Raum die Stille. Nur den großen Meistern der Uhrmacherwelt war es gegönnt diese Uhrwerke zu erschaffen.

Sie wurden gepaart mit den feinsten Hölzern, wie es die Geigenbauer tun. Diese Uhr  war eine Königin.

Nach erfolgreicher Reparatur, wurde sie wieder eingewickelt und wie ein stolzer Vater trug der Buchhändler seine Uhr wieder nach Hause. Ich freute mich über die mündliche  Einladung zur Eröffnung des Buchladens.

Der Buchladen wurde vor Weihnachten eröffnet. Eine große geschliffene Kristall Glastür eingefasst mit Gold poliertem Messing – Rahmen zeugte auf gute Geschäfte. Zwei große Schau- Glasfenster zeigten die Schätze der Buchmacher Kunst. Die in Leder eingefassten Buchumschläge mit geprägter Goldschrift gaben den Kristallglas an bestimmter Tageszeit einen goldenen Schimmer. Feinste Einlagen in Brokat-Papier aus eigener Fertigung dienten den Büchern als Unterlage.  Ein zu den  Büchern passender Lederkoffer behütete so manchen Bücherschatz. Bronze Figuren bekannter Dichter ruhten zwischen den Büchern.

Der großer Messing-Türknopf verführte meine Hand zum öffnen der Tür. Ich stand vor der Welt der Bücher – Geheimnisse,sie machte mich wirklich Neugierig.

Ich streichte mir die Stiefel sauber und betrat den Raum. Eine Messing-Glocke in hellen Tönen zeigte meinen Besuch an.

Ein herrlicher Duft von sanfter Vanille, Schokolade, Kaffee, gemischt mit Weihrauch und getrockneten Tabakblättern begrüßte mich. Die weichen Ledersessel luden zum ausruhen ein. Ein kleines Handgroßes Buch verführte mich zum betrachten. Es war sehr leicht im Gewicht und  schlicht gebunden.Das ticken der von uns reparierten Wanduhr gibt den Raum eine gefühlte Wärme. Der Pendelgang schlägt scheinbare Ruhe an und nimmt die Geschwindigkeit aus der unaufhaltsamen  Zeit.

Nussbraune Bücher Regale zeigen goldene Buchrücken.

Die vergoldeten Rahmen der Kupferstich Bilder lassen den Raum Rotgold glänzen.

Je nach Jahreszeit und bestimmter Tageszeit werden die Farben sich verändern.

Der Hölzerne hochpolierte Fussboden  unterstützt die warme Farbgebung.

Die Buchschätze hinter verschlossenen Glastüren verbargen ihre Schönheit und machten Neugierig.

Ich war angekommen – wie lange?

Nun begrüßte mich Peter mein Buchhändler.

Er hatte seinen Scheitel mit  Pomade streng gezogen,die goldene Fassung der Brillengläser passten zum Raum. Das glattrasierte Kinn, der strenge Hemdkragen mit Fliege, das hochweiße Hemd, der Duft nach frisch gesiedeter Kernseife machten ihm zum Geschäftsmann. Der korrekte Gang verriet eine  Militärkarriere und vielleicht auch die Geschichte seiner  Wanduhr.

Nichts erinnerte mich an den unglücklichen Wanduhren Besitzer.

Freundlich reichte er mir seine Hand und ich hatte in diesen Augenblick einen Freund gefunden. Sein Name war Peter.Ich war bei ihm zu Hause und der erste Uhrmacher der seinen Buchladen besuchte.

Mein Freund Peter der Buchhändler.

 

 

 

Der Uhrmacher und die – Acquations-Tabelle 1804-Auf der Suche nach der verlorenen Zeit

IMG_6der Uhrmacher Werners Vater schreibt in sein Tagebuch,

Warum haben wir Menschen einen Zaun.Wir grenzen und sichern uns ab, wir markieren und kontrollieren, messen und montieren. Wir scheinen uns zusichern.IMG_32

In meiner Uhrmacherstube habe ich eine Tür und ein großes Fenster.Um vom Sonnenlicht gewärmt aber nicht geblendet zu werden, habe ich meinen Uhrmachertisch direkt neben dem großen Fenster aufgestellt.

Eigendlich braucht ein Uhrmacher immer eine verschlossen Tür.

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Ich brauche sie nicht. Die offene Tür gibt mir das Gefühl von Freiheit, ich bin nicht ausgeschlossen, ich möchte den Puls des Lebens als meinen Taktgeber spüren. Mit jeden Sekunden-Schlag verabschiedet sich der Augenblick und rückt unwiederbringlich nach vorn. Der Puls des Leben ist messbar, ich messe ihn an dem was mich umgibt. Dabei ist die wunderbare Zeit die mir zur Verfügung steht-immer gleich.  Am Lauf der Zeiger meiner Uhren erkenne ich die Geschwindigkeit, was wäre wenn alle Uhren auf der Welt stehen blieben? Wie messe ich dann die Zeit?

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Je mehr freudiges Leben um mich ist, um so weniger trauere ich um die Sekunde die sich von mir verabschiedet. So wie das Rad im Uhrengetriebe sich nach vorn arbeitet, so arbeite ich mich im Takt

voran.hh65Tasch Der Reparatur Erfolg ist mein Lohn. Der Augenblick, bevor ich das defekte hundertjährige Uhrwerk nach erfolgreicher Reparatur wieder zum Leben erwecke und  die kleine Unruhwelle den Unruhreif  dreht, die neue Breguet  Spirale zu atmen beginnt, ist meine  Freude. Das  Uhrwerk wird lebendig und strahlt voller Energie, ja es lächelt  mich an. Egal wie alt so ein Uhrwerk ist, ich habe die Kraft, das Wissen und die notwendigen Ersatzteile um es wieder leben zu lassen.IMG_9245-0uu

Der Uhrmacher Werners Vater schreibt,aber wie messe ich die Zeit?img_52

iiiiiiiiiiiii

Er schreibt, auf der Suche nach der verlorenen Zeit,                                             ,IMG_7iiii8

 

kam mir zufällig ein altes Uhrmacherheft mit einer Acquations-Tabelle 1804 zu Hilfe,welches 200 Jahre verstaubt in einen alten wundeschönen Holzkoffer, zwischen  Ersatzteilkisten und Handgesägten Messingzeigern  lagerte. Es war recht gut erhalten und machte mir den Eindruck,als wolle es mir meine Fragen zur – ZEIT – beantworten.Das Büchlein  diente einer Zigarrenschachtel als

Unterboden.  IMG_6

 

Das recht ordentlich gebaute alte Haus, gab den trockenen Speicher eine gute Lagerfläche und hatte einen großen Anteil für die gute Erhaltung des kleinen Buches.

Sein Verfasser schrieb 1804 folgendes,IMG_7iiii8

Die benannten Tage in der Tabelle zeigen im Jahre die mittlere Zeit einer guten, richtig gehenden Pendeluhr.

Wenn es auf den Punkt nach der Sonne Mittag ist, an, z.E. den 1.Januar stellt man die Uhr 4 Minuten 22 Secunden nach 12 Uhr, wenn die Sonne auf den Punkt Mittag oder 12 Uhr zeigt, laß man die Uhr fortgehen ohne nach der Sonne zu sehen, bis den 5. Januar muß die Uhr, wenn es auf den Punkte Mittag ist, nach der Sonne 6 Minuten 11 Stunden zeigen, wenn dieselbe accurat geht.

Der Uhrmacher schreibt 1804-        IMG_75jjjjjjjjjjj

Das sicherste Mittel,eine Pendule oder Taschenuhr nach der eigentlichen oder so genannten wahren Zeit zu stellen, bietet uns die Sonne dar- und dürfte vielleicht manchen Leser nicht unangenehm sein, wenn ich zum Schluss dieser kleinen Abhandlung noch den Unterschied einer Penduluhr(Pendule) mit einer Sonnenuhr,und die Art jede Uhr nach der Sonne oder der wahren

Zeit zu stellen, hier angebe nmmmmzrtz

Man nennt denjenigen Punkt, wenn die Sonne in Ihrem täglichen scheinbaren Laufe um die Erde, ihre größte Höhe über unseren Horizont erreicht hat – Mittag. Da aber nicht ein jeder Tag im ganzen Jahre mit den anderen gleiche Länge hat, so kann auch nicht der Mittag eines jeden Tages auf einerlei Punkt eintreten, sondern er wird die meiste Zeit im Jahre um so mehr oder weniger Minuten verschieden sein-Ein Unterschied,welchen man auch an einer guten Pendeluhr gewahr wird,deren Gang das ganze Jahr hindurch richtig  und gleichförmig ist,wenn seine fremden Ursachen ihn stören und nach Verlauf desselben mit dem Gange der Sonne vollkommen wieder zutrifft.

 

Um nun  eine Uhr nach der Sonne richtig zu stellen,bedient man sich der Äquationstabellen,welche man in Astronomischen Werken vorzüglich in Müllers,Fr.Chr. gemeinnützigen astronomischen Tafeln

zur richtigen Stellung der Uhren,mit möglicher Genauigkeit dargestellt findet und welche den Unterschied der wahren und mittleren Zeit sehr richtig angeben.Der Unterschied des Ganzen  einer guten Penduluhr mit dem Gange der Sonne ist um nach den Tabellen,die aus den Ephemmeriden  des Herrn de La Lande gezogen,wie der Herr Geißler in seinen Schriften zeigt folgender.

Wenn man eine gute Penduluhr den 23.Dezember – Mittags – mit dem Gange der Sonne genau und auf einen Punkte richtet,so wird demnach die Uhr Tags darauf,als den 24.Dezember des Mittags schon 30 Sekunden früher gehen und das voreilen der Uhr nimmt täglich,bis zum  11.Februar zu,an welchem Tage 14 Minuten 19 Sekunden beträgt.Nun lässt das zu früh gehen  der Uhr nach – bis zum 14.April und beträgt am 15.Mai nur noch 4 Minuten 1 Stunde. Von diesen Tage an wird der Gang  der Uhr mit dem Gange der Sonne gleichförmiger und den 15.Junius ist er bei beiden völlig wieder gleich.Vom 16.Junius bis 25.Julius geht die Uhr wieder früher als die Sonne,nun aber lässt das Voreilen derselben nach,

welches bis zum 31.August fortdauert,wo der Gang der Uhr bis zum 1.November  langsamer und den 23.Dezember wird er wieder mit dem Gange der Sonne vollkommen gleichförmig wie er es im vorigen Jahre an eben diesem Tage gewesen war.

Zum Stellen einer solchen Uhr nach dem Gange der Sonne,ist aber erforderlich,daß man die sogenannte Mittagslinie,oder den Punkt,wo die Sonne ,wie vorhin erwähnt,die größte Höhe über dem Horizont erreicht hat,zu finden versteht-dies geschieht  nun auf folgende Seite.

Man wähle eine horizontale Fläche welche ungefähr 3 Stunden vor 12 Uhr Mittags und 3 Stunden nach 12 Mittags von der Sonne beschienen werden kann.Auf dieser Fläche ziehe man 2 oder 3 Zirkelschläge und stecke in ihren gemeinschaftlichen Mittelpunkt einen senkrechten dünnen Stift ein und von solcher Länge,daß sein gegen die Mittagszeit hin sich immer verkürzender Schatten mehrere dieser Zirkel berühre.

So oft nun Vormittags,so wie Nachmittags,das Ende des Schattens einen dieser Zirkel berührt,so bezeichnet man diesen Berührungspunkt Vormittags und Nachmittags.

Man sehe zur mehreren Deutlichkeit  die begefügte Figur,wo der Schatten dieses Berührungspunkts Vormittags in e und d,Nachmittags in b und c fällt.

Hierauf teile man den Bogen

zwischen den beiden Punkten c  und d und b und e in zwei gleiche Teile g und f, um ziehe aus dem Mittpunkte der Zirkel in die Linie g f welche dann die verlangte Mittellinie ist.

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